Mit gelöstem CO₂, H₂S, Chlorid und hohen Temperaturen ist Geothermalfluid ein aggressives Medium für Kohlenstoffstahl. Korrosion verkürzt die Lebensdauer von Bohrlochausrüstung und Leitungen, und das freigesetzte Eisen verstärkt die Ablagerungen.
Korrosionsarten
- CO₂-Korrosion: Kohlensäure verursacht flächigen Abtrag und Lochfraß an Kohlenstoffstahl.
- H₂S: bildet Eisensulfidschichten und birgt unter bestimmten Bedingungen das Risiko sulfidinduzierter Spannungsrisskorrosion.
- Sauerstoffeintrag: Luft über Reinjektionstanks, Pumpendichtungen oder Heizkreise beschleunigt die Korrosion um ein Vielfaches.
- Chlorid: erhöht das Risiko von Lochfraß und Spannungsrisskorrosion bei Edelstählen.
Wie wirkt ein Korrosionsinhibitor?
Filmbildende Korrosionsinhibitoren erzeugen eine dünne Schutzschicht auf der Metalloberfläche und verringern den Kontakt mit dem Fluid. Entscheidend sind Temperaturstabilität, Verträglichkeit mit dem Scale-Inhibitor und keine Schädigung der Reinjektionsbohrung. BiyoGeo CI von Biyopol ist für CO₂- und H₂S-haltige Geothermiemedien ausgelegt.
Sauerstoff fernhalten
Ein Chemikalienprogramm wirkt nur begrenzt, wenn der Sauerstoffeintrag nicht beherrscht wird. Gasüberlagerung der Reinjektionstanks, Dichtungskontrollen und bei Bedarf ein Sauerstoffbindemittel senken die Korrosion deutlich. In geschlossenen Kreisen wie der Fernwärme empfehlen sich ein Inhibitor für geschlossene Kreisläufe und regelmäßige Wasseranalysen.
| Überwachungsmethode | Ergebnis |
|---|---|
| Korrosionscoupons | Mittlere Korrosionsrate (mm/Jahr) und Lochfraßtyp |
| ER-/LPR-Sonden | Korrosionsrate in Echtzeit |
| Eisengehalt im Fluid | Indirekter Korrosionsindikator |
| Gelöster Sauerstoff | Nachweis von Lufteintrag |
Häufige Fragen
Kann ein Korrosionsinhibitor zusammen mit einem Scale-Inhibitor eingesetzt werden?
Ja, in Programmen mit nachgewiesener Verträglichkeit; meist über getrennte Dosierpunkte.
Welche Korrosionsrate ist akzeptabel?
Das hängt von Ausrüstung und Werkstoff ab; der Zielwert wird mit der Feldtechnik festgelegt und mit Coupons überwacht.
Löst Edelstahl das Korrosionsproblem?
Teilweise. Chlorid und Temperatur verursachen auch bei Edelstahl Lochfraß und Spannungsrisskorrosion; Werkstoffwahl und Chemikalienprogramm sind gemeinsam zu bewerten.
Weitere Leitfäden
- Chemikalien für Geothermieanlagen (Überblick)
- Calcit-Scaling in Geothermiebohrungen
- Silika- und Metallsilikat-Scaling
- Dosierung im Bohrloch über Kapillarleitung
- Fouling in Wärmetauschern und ORC-Anlagen
- Ablagerungen in Reinjektionsleitungen und -bohrungen
- Geothermische Fernwärme und Gewächshäuser
- Sulfidablagerungen (Stibnit, Eisensulfid)
Bewertung für Ihr Feld anfragen
Senden Sie uns Ihre Fluidanalyse und Betriebsdaten; unser technisches Team schlägt ein passendes Programm und einen Versuchsplan vor. Anfragen gerne auch an info@biyopolkimya.com.
